Der Entwicklungsprozess
1. Das SZ Walle hat in den letzten vier Jahren im Rahmen des Modellprojekts Regionales Bildungszentrum (ReBiZ) positive Erfahrungen mit schulischer Qualitätsentwicklung gemacht und sich in mehreren Konferenzbeschlüssen darauf geeinigt, seine zukünftige Qualitätsentwicklung nach dem Schweizer Modell Q2E zu gestalten (die 2 E stehen für Entwicklung und Evaluation). Dieses Modell ist nicht produktorientiert wie die Modelle aus der Wirtschaft, sondern berücksichtigt flexibel die sozialen Prozesse in der Schule. Danach besteht unsere Qualitätsentwicklung aus zwei wesentlichen Komponenten: Aufbau einer Feedbackkultur mit Teilnahme des ganzen Kollegiums und regelmäßige Evaluation von schulischen Prozessen. Die wesentlichen Dokumente, die aus diesem Prozess entstanden sind, finden Sie hier.
2. Der Wunsch nach Aufbau einer Feedbackkultur basiert auf der Annahme, dass das Unterrichten eine Kunst ist, die sich durch Beobachtung, Feedback und Reflexion weiterentwickeln und verbessern lässt. Alle Lehrenden sollten sich deshalb an diesem Verfahren beteiligen. Das Einholen von Feedback ist ein fortlaufender Prozess, der in den von Professionalität gekennzeichneten Rhythmus des Unterrichtens gehört und von vielen Kollegen schon lange vor der Einführung von Q2E praktiziert wurde. In diesem Sinne ist das systematische und regelmäßige Einholen von Feedback kein isolierter Arbeitsschritt, der zu unangemessener Mehrarbeit führt, sondern ein wichtiger Schritt in der Realisierung unseres Konzepts der Qualitätsentwicklung im SZ Walle.
3. Auf dieser Grundlage wurden zunächst Selbstevaluationen von Projekten, dem offenen Ohr, von Profilen, von fächerübergreifenden Unterricht, Methodentraining und baulichen Veränderungen durchgeführt. Dann folgten zwei Fremdevaluationen in Form einer Peer Review und einer professionellen externen Evaluation. Vor dem Hintergrund schulischer Entwicklungsprozesse sind Evaluationen unabdingbare Hilfen zur Planung weiterer Schritte.
4. Die Schulleitung verpflichtet sich anzuerkennen, dass von einzelnen Kollegen eingeholtes unterrichtsbezogenes Feedback nicht zu Zwecken der Dienstaufsicht verwendet werden darf und daher Vertraulichkeitsvereinbarungen unterliegt. Das bedeutet, dass alle aus einem Individualfeedback gewonnenen Informationen in den Händen des Feedback einholenden Kollegen bleiben.
Zum Aufbau einer Feedbackkultur
Der Sinn von individuellem Feedback liegt darin,
In der Praxis des SZ Walle wurden drei unterschiedliche Ebenen des Feedback mit mehreren unterschiedlichen Instrumenten wahrgenommen:
Im Rahmen der Qualitätsentwicklung am SZ Walle sind alle LehrerInnen verpflichtet, mindestens einmal pro Halbjahr mit einer der oben genannten Methoden Feedback über die eigene Arbeit einzuholen – entweder von Kollegen oder von Schülern. Empfohlen wird dabei, die Methode der Feedbackgewinnung regelmäßig zu wechseln. Die Q-Walle-Gruppe hat hierfür einen Ordner mit erprobten und für den Einsatz geeigneten Materialien zusammengestellt und im Lehrerzimmer einer jeden Dependance deponiert. Sie aktualisiert diese Ordner stetig, informiert mithilfe einer Plakatwand über den Fortgang der Qualitätsentwicklung am SZ Walle und steht jederzeit für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung. Über die Durchführung der Feedbacks wird eine Dokumentation erstellt, die die Schulleitung verwaltet.
